Pressemeldungen

Artikel der FAZ net. vom 19.12.2015 zum neuen Jagdgesetz in Hessen

Die von Umweltministerin Priska Hinz vorgelegte neue Jagdverordnung wird nach der scharfen Kritik der Jäger in der nächsten Woche in geänderter Form in Kraft treten. Als Konsequenz aus einer Expertenanhörung im Landtag hat die Grünen-Ministerin den ursprünglichen Entwurf zur Neuregelung der Jagd- und Schonzeiten in mehreren Punkten überarbeitet. Hinz hofft, dass die Verordnung nun von Jägern und Naturschützern mitgetragen werden könne. Die geänderten Jagdzeiten gelten vom 1. April 2016 an, die vorgesehenen Neuerungen bei der Jagdprüfung werden am 1. April 2017 wirksam.
Folgen:
Die revidierte Verordnung sieht an einigen Stellen Zugeständnisse an die Jäger vor, an anderen werden die Erwartungen von Naturschützern erfüllt. Wichtigste Neuerungen sind aus Sicht der Ministerin eine moderne Jägerprüfungsordnung und „an die Wildbiologie angepasste Jagdzeiten“. Der Tierschutz bei der Jagd werde insgesamt aufgewertet, und gefährdete Wildtiere würden deutlich besser geschont als bisher.
Die ganzjährig erlaubte Jagd wird nun doch eingeschränkt
Bei bestandsbedrohten Arten wie dem Rebhuhn wird die Bejagung künftig untersagt, andere Arten wie Stockente und Feldhase dürfen nur noch geschossen werden, wenn ein ausreichender Bestand nachzuweisen ist. Die Erhebung des Tierbestandes soll nach dem Willen des Umweltministeriums künftig in Abstimmung mit den Jagdverbänden und Wildbiologen der Universität Gießen erfolgen.
Die im ursprünglichen Verordnungsentwurf noch ganzjährig erlaubte Jagd auf einige Tierarten wird nun doch eingeschränkt. So dürfen Marderhunde, Minks und Nutrias künftig nur noch von September bis Februar getötet werden, Waschbären nur noch von August bis Februar. Hingegen können Elstern und Rabenkrähen etwas länger gejagt werden als vor der Landtagsanhörung geplant: statt vom 1.August bis 15.Oktober nun vom 1.August bis 31.Dezember.
Auch bei der Jagdzeit für Füchse gibt es Veränderungen: bisher durften sie das ganze Jahr über gejagt werden, der erste Verordnungsentwurf reduzierte die Jagdzeit auf 15. August bis 31. Januar. Jetzt wird diese Zeitspanne bis Ende Februar verlängert. Federwild wie Rebhühner, Türkentauben, Blässhühner und Möwen dürfen gemäß Verordnung vorerst überhaupt nicht mehr getötet werden. Vom Jahr 2020 an ist eine Bejagung jedoch möglicherweise wieder zulässig, nämlich dann, wenn der Bestand sich positiv entwickelt. Graugänse dürfen wie bisher vom 1. August bis 31. Oktober gejagt werden, nicht allerdings an stehenden Gewässern in ausgewählten Vogelschutzgebieten sowie in einer Zone von 70 Metern um den Gewässerrand.

Eschweger Jagdverein gewinnt GreenTec Award 2015
WWF Sonderpreis geht an das Projekt „Wildkatzenland an Werra und Meißner“

(Berlin, 09. Februar 2015) Der Deutsche Jagdverband (DJV) gratuliert: Der Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege e.V. gewinnt den WWF-Sonderpreis im Rahmen der GreenTec Awards 2015. Das prämierte Jäger-Projekt schützt die Wildkatze im Herzen Deutschlands. Der Lebensraumschutz, wie etwa die Schaffung von Streuobst- und Waldwiesen, zeichnet das Projekt aus. Besonders überzeugt die enge Zusammenarbeit mit Waldbesitzern, um eine wildkatzenfreundliche Waldwirtschaft mit sogenannter aktiver Waldrandgestaltung oder den Verzicht auf Holzeinschlag in der Zeit der Jungenaufzucht zu erreichen.

Das Projekt des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege e.V. und ein Projekt des Naturschutzbundes (Nabu) Berlin lieferten sich bei der diesjährigen Internet-Abstimmung ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Kurz vor Ende der Abstimmung hatte sich das Projekt des Nabu mit wenigen Stimmen durchgesetzt. Nach Informationen der Werra-Rundschau war das Ergebnis allerdings manipuliert. Als Sieger ging schließlich das Wildkatzenprojekt hervor und wird im Rahmen der GreenTec Awards-Gala am 29. Mai 2015 im Berliner Tempodrom ausgezeichnet.

Die GreenTec Awards sind Europas größter Umwelt- und Wirtschaftspreis und werden einmal jährlich für Umweltengagement und grüne Umwelttechnologien verliehen. Der Sieger wird durch eine Online-Abstimmung bestimmt, wobei dieses Jahr zehn Naturschutzprojekte aus ganz Deutschland zur Wahl standen. Informationen zum diesjährigen WWF GreenTec Award: www.greentec-awards.com

Vorsicht mit Alkohol bei der Jagd

Vollständiges Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Umgang mit Waffen unter Alkoholeinfluss.
Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (Quelle: Manecke CC BY-SA 3.0) Bundesverwaltungsgericht in Leipzig (Quelle: Manecke CC BY-SA 3.0)

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. Oktober 2014 (Az. 6 C 30.13) zum Umgang mit Waffen unter Alkoholeinfluss hat schon allein auf Grund der veröffentlichten Pressemitteilung hohe Wellen geschlagen. Nun liegt auch die vollständige Urteilsbegründung vor, die verlässliche Rückschlüsse zulässt.

Hervorzuheben sind im Urteil zwei Aspekte: Zum einen führt nicht jeglicher Alkoholkonsum zur Unzuverlässigkeit des Waffenbesitzers, sondern nur eine Menge die „typischerweise verhaltensbeeinflussend wirkt“. Das ist nach Studien zu Alkohol im Straßenverkehr bei nur sehr geringen Mengen nicht der Fall. Eine 0,0-Promille-Grenze könne das Bundesverwaltungsgericht daher nicht einführen und habe es auch nicht getan, betonte DJV-Präsidiumsmitglied Ralph Müller-Schallenberg. Zum anderen ist Alkoholeinfluss nicht bei jeder Form des Umgangs mit Waffen unzulässig, sondern nur bei dem Gebrauch der Waffe, insbesondere beim Schießen. Der Umgang mit Waffen nach der Jagd, etwa die vorübergehende Aufbewahrung während des Schüsseltreibens oder der Transport nach der Jagd würden von dem Urteil nicht erfasst. Da auch der Transport der Waffe sorgfältig erfolgen muss, ist auch dabei Zurückhaltung erforderlich.

In einem verwaltungsgerichtlichen Verfahren könne zudem nur über die Rechtmäßigkeit einer Behördenentscheidung im Einzelfall entschieden werden. Allgemeine Regeln (etwa eine fixe Promille-Grenze) könne nur der Gesetzgeber aufstellen. Allerdings habe eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts schon eine Bedeutung über den Einzelfall hinaus, sagte Müller-Schallenberg weiter. In dem entschiedenen Fall hatte der Kläger eine Atemalkoholkonzentration von mindestens 0,39 mg/l. Das entspricht einem Blutalkoholwert von etwa 0,8 Promille.

Unabhängig von den Aussagen des Urteils des Bundes-verwaltungsgerichts, rät der DJV von jedem Alkoholkonsum vor und während der Jagd ab.

Bereits kurz nach dem Urteil (als die schriftliche Begründung noch nicht vorlag) hatte der DJV ein Interview mit Rechtsanwalt Clemens Hons geführt, der den Kläger vor dem Bundesverwaltungsgericht vertreten hatte. Das Interview ist unter www.jagdverband.de einzusehen. Das Urteil ist im Internet auf der Website des Bundesverwaltungsgerichts abrufbar.

Verwaltungsgericht urteilt gegen Schwarzzucht

Das Verwaltungsgericht Schleswig-Holstein hat dem JGHV den Rücken gestärkt und gegen
Schwarzzuchten im Nachsuchenwesen entschieden. In dem Verfahren ging es um einen Hannoverschen Schweißhund, der im Schweißhundeverein Deutschland gezüchtet und geprüft worden war. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein hatte dem Hund die Anerkennung als Nachsuchenhund verweigert.
Begründung: Der Hund sei nicht in einem Zuchtbuch eines Mitgliedsvereins des JGHV geführt.
Hiergegen wehrte sich der Hundeführer vor Gericht. Das Verwaltungsgericht folgte mit seiner
Entscheidung der Rechtsauffassung des Landesjagdverbandes, dass anerkennungswürdig nur eine Vorprüfung eines JGHV-Mitgliedsvereins sei, auf der Verbandsrichter des JGHV als Richter tätig waren.
Das Gericht bestätigte somit die herausgehobene Stellung des Prüfungs- und Verbandsrichterwesens des JGHV. Daneben hat das Gericht auch die Leistungszucht der dem JGHV angeschlossenen Jagdgebauchshundzuchtvereine gewürdigt. Hier würden durch einheitliche Standards in Zucht und Prüfung die Grundsteine für eine erfolgreiche Jagdgebrauchshundzucht für den tierschutzkonformen jagdlichen Einsatz gelegt.

 

Jagd ist wichtig für den Artenschutz
Internationales Forscherteam bestätigt: Wald aus der Nutzung nehmen schadet der Artenvielfalt

(Berlin, 05. Dezember 2014) Verbiss-Schäden an Bäumen sind am größten in Schutzgebieten. Das haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena gemeinsam mit rumänischen Forschern festgestellt. Ihr Fazit: Das Ziel der nationalen Biodiversitätsstrategie, fünf Prozent des Waldes zu schützen und aus der Nutzung zu nehmen, werde zu einem Artenverlust führen. Die Wissenschaftler betonen, dass Artenschutz nur im komplexen Zusammenhang mit der gesamten Fauna und Flora gesehen werden könne und bestätigen damit die Position des Deutschen Jagdverbands. „Die Strategie zum Erhalt der Baumartenvielfalt kann nur ‚Wald und Wild‘ heißen und die Jagd in Schutzgebieten grundsätzlich zulassen“, so DJV-Präsidiumsmitglied Dr. Hans-Heinrich Jordan. Die Idee, dass Wolf, Bär und Luchs künftig in Deutschland die Rolle der Jäger übernehmen und für sinkende Reh- oder Hirsch-Bestände sorgen könnten, entkräfteten die Wissenschaftler: Der Wolf jage in Rumänien lieber Schafe auf Weiden als Rehe, Wildverbiss gebe es immer noch.

Die Studie des Max-Planck-Instituts legt den Schwerpunkt auf die Artenvielfalt bei Bäumen. „Artenvielfalt umfasst aber auch Tiere. Zum Schutz von Birk- und Auerwild, Großtrappe oder Sumpfschildkröte muss deshalb auch die Fangjagd auf Fressfeinde in Schutzgebieten möglich sein“, betonte Dr. Jordan. Die Forderung einiger Naturschutzverbände, Bejagungszeiten einzuschränken und Jagd aus Schutzgebieten zu verbannen, erweise dem umfassenden Artenschutz wohl eher einen Bärendienst, so Dr. Jordan.

Quelle
Deutscher Jagdverband e.V.
Vereinigung der deutschen Landesjagdverbände für den Schutz von Wild, Jagd und Natur
Torsten Reinwald · Pressesprecher
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